Zen Road
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Eine Frage des Geistes

Interview mit Philippe Coupey, Zenmönch

Es geistern viele Bilder vom Zen durch die Öffentlichkeit. Zen ist nichts Unbekanntes mehr. Es wird mit Ästhetik verbunden. Kürzlich ist ein Parfüm unter dem Namen „Zen“ auf den Markt gekommen. Das Wort wird sogar für Wellness-Produkte in Anspruch genommen, für die mit kahlrasierten Mönchen im Rakusu geworben wird. Worum geht es denn beim Zen? Weiter lesen...

 

Reise zum Mittelpunkt der Erde

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Die Zazen-Haltung:

das Herz des Zen

und vieles mehr

von Philippe Coupey

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Der Frühling wird nicht zum Sommer

Warum Zen im Alltag praktizieren? Ein Vortrag von Bertrand Schütz.

springtime1„Warum im Alltag praktizieren?“ heißt es im Titel dieses Vortrags. Ich denke, die Frage stellt sich eigentlich umgekehrt, bei den meisten von uns hat es so angefangen, dass das Leben eines jeden, der Alltag, Fragen aufwirft, die nicht so leicht zu lösen sind.
Nun, der Mensch ist ja sehr erfinderisch: Es gibt eine Frage, ein Problem, man sucht eine Lösung, die Lösung führt in der Regel zu neuen Fragen und so weiter, so funktioniert auch Wissenschaft.

Aber es gibt Fragen, wo diese Art, mit Schwierigkeiten umzugehen, nicht mehr greift: für manche Konflikte – jemand sagte einmal, dass ein echter Konflikt dadurch gekennzeichnet ist, dass er nicht gelöst werden kann – oder bei Grundfragen unseres Daseins, wie der des Leidens. Die Lehre Buddhas hat ihren Ausgangspunkt genommen, so überliefert es die Tradition, bei der Frage des Leidens. Weiter Lesen...

 

Die Methode der Nicht-Methode

Kurze Geschichte über Wandlungen der Praxis und der Lehre, im Zuge ihrer Reise zwischen India und Japan.

von Dokai Bernard Poirier
Sanddorn-auf-der-GnitzNach dem Tod von Shakyamuni fand ein Konzil statt, zu dem sich die ältesten Schüler versammelten und auf dem der Inhalt der Unterweisung (Dharma) und die Verhaltensregeln für die Mönche (Sila) formal festgelegt wurden. Die Staaten und Herrscher unterstützen die buddhistische Gemeinschaft, ließen Klöster bauen, die von den Behörden und den Gläubigen mit Gaben aller Arten reichlich bedacht wurden.

 

Die Mönche neigten immer mehr dazu, sich in diesen Klöstern niederzulassen und wandten sich nach und nach vom Wanderleben ab, das der Buddha im Sinn hatte. Anderthalb Jahrhunderte nach dem Tod seines Begründers hatten sich schon zwei Strömungen in der Gemeinschaft gebildet, die ihrerseits bald zur Bildung verschiedener Schulen der Interpretation führten.

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The world gets the kyosaku - evrey morning before breakfast (Zeichnung von Alain Nahmias°Hat Buddha den Kyosaku verwendet?

Wenn nicht, warum tun wir es?

von Philippe Coupey

Nun: Buddha war nicht gegen den Kyosaku, wenn es das ist, was Du meinst. Aber wir wissen nicht ob er den Stock tatsächlich selbst während der Meditation verwendete. Auf jeden Fall gab es den Stock zu Shakyamunis Zeit und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass er ihn anwandte.

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Die Welt erhält den Kyosaku - jeden Morgen vor dem Frühstück

(Zeichnung von A. Nahmias)

 

 

Einen Eindruck auf dem Geist hinterlassen

[Foto einer mikroskopischen Ansicht von Eiter aus dem menschlichen Blinddarm]

Ein Diskurs über Zen und das Unbewusste:

Die folgenden Texte zeigen den Austausch zwischen Philippe Coupey und einigen seiner Schüler, der mit einem Kusen im Frühjahr 2005 begann. Während es scheinbar um Zen und das Unbewußte geht, geht die Unterweisung, die hervorgerufenen Antworten und die folgenden Reaktionen des Meisters weit über das ursprüngliche Thema hinaus.

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Geschichten aus der Psychatrie:Wer ist normal?

von Florence Avenel, Zen-Nonne und Krankenschwester in einer psychiatrischen Klinik

[The Dino, a menacing face with thick features and pockmarked skin]

Eines Tages, während einer Sesshin, sagte Philippe, der mich essen sah: „ man könnte glauben, dass du nicht ganz normal bist....", und er verglich mich mit einem Schizophrenen Teilnehmer, der am Nebentisch saß.
Was ist normal?
Da kommen mir der „Dino", „Charly" und die Anderen in den Sinn.

Zum Beispiel, „der Dino", wisst ihr, wer er ist? Weiter lesen...

 

Zen, Science and Objective

by Paul Pichaureau

zenandscience-electronsThe mistake of separating subject from object, the futility of looking for a pure intellectual understanding of the world, is always at the centre of Buddhist teachings. Today, modern science links up with Buddha’s intuitions in a surprising and spectacular way. read more...

 

ikebana-zazen1Zazen Ikebana…

…Ikebana zazen

von Bernadette Turpin

Von der Blume, die in Buddhas Fingern gedreht wird, zur Blume die aus einem Fels entspringt, Alles was ich zu tun habe, ist diesem Weg zu folgen, um der Praxis der Kunst des japanischen Blumenarrangierens zu begegnen. Weiterlesen...

 

Long life to death

by Guy Faure

être ici, peinture de Guy FaureWho has not watched or listened to a television or radio program, or read a news or magazine article about the recent scientific research into aging and death?

 

Personally the first time for me was while watching the National Geographic channel . . . . Bewilderment . . . .

Yes, how bewildered I was facing the perspective of a genetically modified human being capable of defying death with a body full of nano-robots which would remain in perfect health over centuries. Restore our veins, destroy cancerous cells, eliminate fat, patch up organs. Live and go on living for hundreds of years, no more diseases, a perfect body. I love life, so why haven’t I shed a few tears of joy before these promises of such a bright future? Or even divine? read more

 

 

 

„...und wie lange sitzt ihr so?“

Ein Gespräch über die Zen-Praxis

Clairelise: Ich hoffe, dass das Publikum Fragen stellen wird. ... Aber um einen Anfang zu machen: Könnte vielleicht jemand etwas zur Beziehung zwischen Meister und Schüler sagen, die uns ziemlich fremd erscheint, wenn wir nicht Zen praktizieren?

Christian: Diese Beziehung wird im Westen nicht wirklich verstanden, denn wir stellen sie uns immer als Beziehung eines Überlegenen zu einem Unterlegenen vor, als Verhältnis eines Wissenden zu einem Unwissenden. Aber darum geht es nicht in einer echten Meister-Schüler-Beziehung. Diese ist eine Begegnung zwischen zwei Menschen, die beide auf dem Weg ihres Lebens, ihrer Praxis sind. Und plötzlich stehen sie sich gegenüber, es gibt einen Austausch über die wesentlichen Dinge, die uns lebendig bleiben lassen. In diesem Gegenübertreten gibt es einen gegenseitigen Respekt, die Erkenntnis, dass beide etwas Wesentliches teilen und dass sie sich gegenseitig helfen können. Wenn man praktiziert, vor der Wand sitzend, ist man alleine mit sich selbst und daraus schließen viele Leute, dass man dies auch alleine zuhause tun kann. Ich bestreite das, man kann das nicht alleine machen, denn wenn man es tut, verschließt man sich in seiner Muschel. Der Meister ist dazu da, einem aus dieser Muschel herauszuhelfen. Der Meister war früher selbst einmal Schüler und er bleibt immer ein Schüler. Weiter lesen...

 

Die Wesentliche Praxis des Sitzens

Ein Gesprächsabend mit Zen-Mönch Philippe Coupey
 

Vor 40 Jahren… eine Einladung

Interview mit Daniel Guétault, einem der ersten Schüler von Taisen Deshimaru.

[Foto der Guétault-Familie mit Meister Deshimaru vor einem Häuschen auf dem Land]

Mitte der 60er Jahre folgte Daniel Guétault dem Gründer der Makrobiotik, Georges Ohsawa. Während einer Reise nach Japan, wo er an einer Konferenz teilnahm, traf er mit einem japanischen Zen-Mönch zusammen, den er später nach Frankreich einladen würde und der die Geschichte des europäischen Zen verändern, oder besser beginnen sollte. Das war diesen Juli genau vor 40 Jahren.

Herr Guétault vertritt die Gruppe der „Pioniere“: er wurde der erste Schüler von Meister Taisen Deshimaru; er erhielt das erste Rakusu, Zen-„Zertifikat“ und Kyosaku; kochte die allererste Genmai auf dem Kontinent; öffnete 1967 das erste Dojo in Tours, wo er auch heute noch lebt. Er wurde im April 2003 von Luc Boussard und Marie Maurin befragt, beide ebenfalls Schüler von Deshimaru. Weiter lesen...

 

 
[Der Grabstein Cendrars’ - blankpolierter Granit, oben darauf, eine linke Hand in Bronze]

Tremblay-sur-Mauldre

von Guy Rivoallan

Eine neue Geschichte, die dem Fluss der Sesshins folgt, der Zazen-Tage und der Einführungen. Entlang diesem breiten Fluss, mal unruhig mal ruhig, kreuzen oder begegnen wir manchmal einem besonderen Karma. So auch im letzten November in einem Dorf, eine Stunde von Paris entfernt… weiterlesen...

 

Genmai in Myanmar

von John Stevens, ein kanadischer Zen-Mönch in Burma

[Foto einer traditionellen Tänzerin in buntem Kostüm, dahinter der Autor am Herd]

Während meiner Klosterbesuche wurde das Thema Essen oft diskutiert und oft wurde ich nach der Nahrung in unserem Tempel gefragt. So kam mir im nächsten Jahr, als ich wieder nach Myanmar reiste, die Idee eine reisende Kochshow zusammenzustellen, in der es um die Genmai gehen sollte, ein jahrhundertealtes zen-buddhistisches Frühstück, das nach der dem Zazen folgenden Morgenzeremonie serviert wird.

 

Myanmar ist ein gastfreundliches Land, aber sie haben dort die Tendenz vorsichtig zu sein und irgendwie skeptisch gegenüber den Zielen von Fremden - besonders wenn die Besucher sich an ortsansässige Gruppen oder Versammlungen wenden. Aber was könnte harmloser sein, als irgendein Bursche, der von vegetarischer Suppe erzählt?

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Gedichte


Sebastian Nicolle



poems

Kein stummes Wort
nach langer Stille.

Ein Schritt nach vorne,
nichts erreicht.

Das Feld des Glücks in allen Ländern,
und in dem Feld kein Land in Sicht.

Die wahre Heimat trägt sich weiter,
und in ihr ruht der Welten Mitte.

 

 

 

 

 

Sebastian Nicolle schrieb dieses Gedicht nach dem Sommerlager 2009 in Neu Schönau.

Uli Dietze

[Bild eines kleinen, blonden Kindes auf dem Fahrrad mit seinem Pappi]

 

Laura, mein Fahrrad+ich

wenn der Wind
Dir über den jungen Kopf
weht und mir über den alten
auf meinem Fahrrad

wird alles
eins
der Wind und
Du und ich

Uli Dietze, 44, ist Zenmönch und Bauschlosser. Er lebt in Tübingen mit seiner Frau und einer 14-jährigen Tochter.


Peter Campbell

 

[Bild einer tropfenden Schöpfkelle beim Servieren des Genmai (einer Reissuppe am frühen morgen nach dem Zazen)]

Sesshin

6:10 Uhr
Immer noch dunkel
Irgendein Idiot hat die ganze Nacht geschnarcht
Ich war viermal auf —

Sein Scharchen wie ein schwerer Seegang
Der peitscht und bricht
An den Felsen
Des kleinen Geistes

Ein Kraftandrang
Und irgendwelche Vögel,
Unbekannte Vögel,
Singen ihre Sachen...

Und er wird nicht viel länger Idiot

Geruch von Scheiße und von Zahnpasta
Und streng nach Männerkörpern
Und von Pflanzen, frisch nach dem Regen
Und von der Nacht und von den heißen Duschen —

Und eine Geräuschkulisse verspannter, seufzend
Widerstrebender Körper —
Und der Genmai ist wie Wasser

Mist.

Peter Campbell durchlebt gerade das Ergebnis vergangener karmischer Unfähigkeit im trendigen 20. arrondissement von Paris, wo man ihn als Lügner und Angeber antrifft, der in diversen Schuppen und bars à vin über seine Verhältnisse lebt.


Guy Faure

 

[Verschwommenes Bild der Neonlichter, nachts in der Stadt]

Der Schatten der Leere

Der Schatten der Leere sucht seinen Weg
Tastet sich durch die Stadt.
Gleitet. Langsam. Zwischen dem Funkeln.
Überall. Endlos.
Zum Klang des Herzens.
Zu den Klängen der Seele der Nacht.

Jazzy Jazz, viva la paz, Frieden in dir
Buddha schaut dir direkt in die Augen
abwesend, aber vor dir,
nur vorbeiziehende Schatten, Wind vor den Fenstern,
voll von einsamer Leere, im Innern Sterne...

Buddha der roten Lampen,
weißer Buddha der flackernden Neonlichter
In der grauen Dunkelheit der Herbstnächte,
gelber Buddha sich bewegender Lichter
in den Straßen voll schimmernder Pfützen...

Guy Faure, 34, ist Zenmönch. Er lebt und praktiziert in Nantes, wo er malt, zeichnet, schreibt und hin und wieder Arbeit sucht. Er hat mehrere Gedichtsammlungen veröffentlicht (auf französisch): Barfuß im Schnee, Verwildertes Gras und bewaffneter Beton, und, frisch von der Presse, Kinder müssen sich selber retten...


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